Wildwest-Methoden

Union-Busting, die systematische Bekämpfung aktiver Gewerkschafter*innen, kommt auch bei der Servicegesellschaft der Uniklinik Erlangen zum Einsatz.
26.06.2024

Union-Busting – dieser Begriff beschreibt die systematische Bekämpfung aktiver Gewerkschafter*innen. Importiert wurde die Methode aus den USA, wo Gewerkschaftsfeindlichkeit eine lange und unheilvolle Tradition hat. Unterstützt von spezialisierten Rechtsanwaltskanzleien setzen Arbeitgeber auf gezielte Einschüchterung und Zermürbung. Beschäftigte werden beschattet, abgemahnt, gekündigt. Bei Arbeitskämpfen werden Streikbrecher eingesetzt und Streikverbote angestrebt.

Solche Wildwest-Methoden haben auch in Deutschland Einzug gehalten – nicht nur bei Amazon, Tesla und Co., sondern auch bei öffentlichen Arbeitgebern. Jüngstes Beispiel: Die Servicegesellschaft der Uniklinik Erlangen, die zu 51 Prozent dem Klinikum und damit dem Land Bayern gehört. Sie hat die Kanzlei Schreiner+Partner angeheuert, die in Schulungen unter anderem Wege zur »Kündigung störender Arbeitnehmer« und »zur Vermeidung, Auflösung und Neuwahl des Betriebsrats« aufzeigt.

In Erlangen wurden mehrere Beschäftigte fristlos gekündigt, die sich an Warnstreiks beteiligt hatten. Versuche, Arbeitsniederlegungen gerichtlich untersagen zu lassen, scheiterten allesamt. Die Kolleg*innen wollen sich nicht einschüchtern lassen und kämpfen weiter für einen Tarifvertrag – gut so! Erlanger Stadträte verschiedener Fraktionen fordern, die Einschüchterungsversuche zu stoppen und die Koalitionsfreiheit zu beachten. Wie sie finden wir das Vorgehen des Arbeitgebers voll daneben!                                               

Daniel Behruzi

 

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