Aktiv zum Ausbildungsstart

Es ist wichtig, Auszubildenden von Beginn an klarzumachen, dass sie nicht alles ertragen müssen, sondern mitbestimmen können und Rechte haben.
26.09.2023
JAV-Konferenz im Gesundheits- und Sozialwesen vom 10. bis 12. Juni 2024 in Wernigerode – sei dabei!

»Der Start der neuen Ausbildungsgänge ist eine super Gelegenheit, junge Menschen anzusprechen und über ihre Rechte aufzuklären«, sagt die Gesundheits- und Krankenpflegerin Franzi Aurich, die sich in der ver.di-Jugend engagiert. »Schon in den ersten Ausbildungsblöcken wird vielen klar, dass bei den Ausbildungsbedingungen einiges im Argen liegt. Seien es unzureichende Anleitung, ausbildungsfremde Tätigkeiten oder die kurzfristige Versetzung in andere Bereiche – es ist wichtig, den Leuten von Beginn an klarzumachen, dass sie das nicht drei Jahre ertragen müssen, sondern mitbestimmen können.«

Hier Angebote zu machen, sei nicht nur Aufgabe der Aktiven aus der ver.di-Jugend, sondern auch der Vertrauensleute und gewerkschaftlich aktiven Betriebs- oder Personalräte. »Es ist für die Jugendlichen wichtig, ihre Rechte zu kennen. Und für ver.di ist es entscheidend, junge Menschen für die Gewerkschaft zu begeistern. Dabei müssen alle mithelfen«, findet die 26-Jährige, die als stellvertretende Vorsitzende dem ver.di-Bundesfachbereichsvorstand angehört. Bei den neuen Berufsgesetzen im Gesundheitswesen habe das gewerkschaftliche Engagement zuletzt viel bewirkt. »Zum Beispiel gibt es mehr Regeln, die eine gute Praxisanleitung garantieren sollen. Das ist unser Erfolg. Es muss aber auch im Betrieb umgesetzt werden. Das gelingt, wenn sich die Auszubildenden ihrer Rechte bewusst sind und sie einfordern.«     

Hier gibt es ein Tool zum Ausbildungsstart.

JAV-Konferenz im Gesundheits- und Sozialwesen vom 10. bis 12. Juni 2024 in Wernigerode – sei dabei!

 

Dein Ausbildungscheck

 

  • Lies dir deinen Ausbildungsvertrag genau durch. Was sind die gesetzlichen und tarifvertraglichen Grundlagen?

  • Kläre den Ausbildungsverlauf. Wie lange dauert die Probezeit, wann habe ich sie bestanden? Wann bin ich wo eingesetzt, wann schreibe ich welche Klausuren, wie läuft die Benotung? Was ist prüfungsrelevant?

  • Welche Nachweise muss ich wie führen?

  • Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, dich auszubilden. Du verpflichtest dich, an der Ausbildung teilzunehmen. Du brauchst keine Arbeiten durchzuführen, die nicht der Ausbildung dienen. Ständig kopieren, Kaffee kochen, in der Pflege nur Waschen, Schränke ausputzen und so weiter dient nicht dem Ausbildungszweck.

  • Arbeitszeiten einhalten. Unpünktlichkeit oder früher nach Hause gehen birgt ein hohes Konfliktpotenzial.

  • Richtig krankmelden. Kläre, wie du dich krankzumelden hast. Hier gibt es den meisten Ärger im Ausbildungsverhältnis.

  • Gibt es eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), einen Betriebs- oder Personalrat bzw. eine Mitarbeitervertretung? Wer sind deine Ansprechpartner, wenn es Stress gibt?

  • Gewerkschaftsmitglied werden! Denn nur wenn wir uns zusammentun, können wir gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen durchsetzen.

 

MT-Ausbildung

Marcel Blumhofer ist Medizinisch-Technischer Laborassistent und Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) an der Uniklinik Mannheim.

»Ich habe die Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Laborassistenten gerade hinter mir. In der praktischen Ausbildung hätte einiges strukturierter laufen können. Verantwortlichkeiten waren teilweise unklar. Da erhoffe ich mir von den neuen Vorgaben des MT-Berufe-Gesetzes einen deutlichen Schritt nach vorne. Es braucht mehr strukturierte Praxisanleitungen.«

Marcel Blumhofer ist Medizinisch-Technischer Laborassistent und Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) an der Uniklinik Mannheim.

 

 

JAV AN DER UNI

Moritz Lohmann ist IT-Administrator und JAV-Mitglied an der Universität Marburg.

»Selbstverständlich bin ich in der Gewerkschaft und habe mich auch für die JAV aufstellen lassen, um ganz konkret die Arbeitsbedingungen junger Menschen zu verbessern. Mit der Gewerkschaft im Rücken habe ich keine Angst, auch schwierigere Konflikte mit der Arbeitgeberin anzugehen. Toll ist auch, dass wir wieder eine ver.di-Jugendsekretärin im Bezirk haben.«

Moritz Lohmann ist IT-Administrator und JAV-Mitglied an der Universität Marburg.

 

 

 

MEDIZINSTUDIUM

Maxi Schupp studiert Medizin und ist Mitglied der ver.di-Bundesfachkommission Ärztinnen und Ärzte.

»Im Praktischen Jahr (PJ) soll man lernen, all das im Medizinstudium erworbene theoretische Wissen praktisch anzuwenden. Das ist für eine spätere erfolgreiche Berufsausübung unerlässlich. Doch Anleitung und Ausbildung kommen im PJ oft viel zu kurz. Hier braucht es verbindliche Vorgaben. Und es muss zumindest eine angemessene Aufwandsentschädigung geben. Sonst muss man neben der Vollzeittätigkeit im Krankenhaus noch nebenher jobben. Das ist kaum zu schaffen. Die Bundesregierung muss das in der neuen Approbationsordnung unbedingt ändern.«

Maxi Schupp studiert Medizin und ist Mitglied der ver.di-Bundesfachkommission Ärztinnen und Ärzte.

 

 
Ausbildungsanfänger*innen Pflegefachfrau/mann in Deutschland

Die Zahl neuer Auszubildender in der Pflege ist 2022 um sieben Prozent zurückgegangen – angesichts des hohen Bedarfs ein Alarmsignal. Die Konsequenz muss sein, den Beruf durch gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen.

 

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