Altenpflege

    Altenpflege: Informationen zum Bonus

    Altenpflege: Informationen zum Bonus

    Bundestag und Bundesrat haben den sogenannten Pflegebonus beschlossen. Damit sollen die besonderen Leistungen und Belastungen von Beschäftigten im Gesundheitswesen während der Corona-Pandemie gewürdigt werden. Das ist absolut berechtigt. Doch leider springt die Bundesregierung zu kurz: Die zur Verfügung gestellte Summe ist zu gering, um allen in der Pandemie geforderten Beschäftigten eine angemessene finanzielle Anerkennung zu geben. Zudem ist klar: Die Bedingungen in den Gesundheitseinrichtungen müssen sich grundlegend und dauerhaft verbessern. Eine Einmalzahlung reicht dafür nicht.

    Altenpflege: Informationen zum Pflegebonus ver.di Altenpflege: Informationen zum Pflegebonus


    Wer erhält den Bonus?

    Bonusberechtigt sind Beschäftigte, die zwischen dem 1. November 2020 und dem 30. Juni 2022 mindestens drei Monate in einer Altenpflegeeinrichtung tätig waren und dies am 30. Juni 2022 weiterhin sind. Anders als in den Krankenhäusern profitieren in der Altenpflege nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Beschäftigte in Servicegesellschaften und Leiharbeitsfirmen sowie Personen im Bundesfreiwilligendienst und im Freiwilligen Sozialen Jahr.

    Wie hoch ist der Bonus?

    Pflegekräfte erhalten 550 Euro. Alltagsbegleiter*innen, Betreuungskräfte und andere Beschäftigte, die mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit tagesstrukturierend, also unmittelbar mit den pflegebedürftigen Menschen arbeiten, bekommen 370 Euro, Personen im Bundesfreiwilligendienst und im Freiwilligen Sozialen Jahr 60 Euro. Alle anderen Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen sollen 190 Euro bekommen. ver.di begrüßt, dass alle Beschäftigten in der Altenpflege profitieren sollen. Der Pflegebonus ist allerdings zu niedrig bemessen, um die Leistungen und Belastungen in der Pandemie angemessen zu honorieren. Die betriebliche Interessenvertretung ist an der Verteilung nicht beteiligt.

    Wann wird der Bonus ausgezahlt?

    Der Bonus soll zwischen Juni und Dezember 2022 ausgezahlt werden. Bis Ende Juli sollen Altenpflegeeinrichtungen den Kassen melden, welche Beschäftigten berechtigt sind. Die Kostenträger sollen die entsprechenden Beträge bis Ende September an die Einrichtungen überweisen. Die Auszahlung an die Beschäftigten soll unverzüglich erfolgen, spätestens jedoch mit der nächsten Lohnzahlung. Letztmöglicher Auszahlungszeitpunkt ist der 31. Dezember 2022.

    Ist der Bonus steuerfrei?

    Prämien wegen der Corona-Pandemie sind bis zu einer Gesamtsumme von 4.500 Euro pro Person steuer- und abgabenfrei. Neben dem staatlichen Pflegebonus sind daher auch Corona-Sonderzahlungen von der Steuer befreit, die ver.di in Tarifverträgen ausgehandelt hat. Dafür hat sich ver.di im Gesetzgebungsverfahren erfolgreich eingesetzt. Positiv ist auch, dass der Kreis der Berechtigten weit gefasst ist. Neben Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen können Kolleg*innen aus Einrichtungen für ambulantes Operieren, Vorsorge- und Reha-Kliniken, Dialyseeinrichtungen sowie Arzt- und Zahnarztpraxen von der Steuerfreiheit profitieren. Das gilt auch für Beschäftigte, die über Leiharbeits- oder Werkvertragsfirmen in den Einrichtungen tätig sind.

    Was muss außer dem Bonus noch passieren?

    Der Pflegebonus ist – für diejenigen, die ihn bekommen – eine einmalige finanzielle Anerkennung. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Die Bedingungen im Gesundheitswesen werden dadurch nicht verbessert. Um die Altenpflege attraktiv zu machen, ist eine flächendeckend gute Bezahlung nach maßgeblichen Tarifverträgen nötig. Mit den bisherigen Regelungen ist das nicht überall garantiert. Zudem braucht es verbindliche und bundesweit einheitliche Personalvorgaben. Das bedarfsgerechte Personalbemessungsverfahren in der stationären Langzeitpflege muss zügig kommen. Es müssen verbindliche Stufen beim Personalausbau und eine Mindest-Fachkraftquote definiert werden. Und es braucht Verbindlichkeit: Wenn Einrichtungen die Vorgaben unterschreiten, müssen Sanktionen folgen.

    Wir machen weiter Druck für grundlegende Verbesserungen.

    Setz dich mit deiner Gewerkschaft ver.di ein für eine gute Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung im Gesundheitswesen.


    veröffentlicht/aktualisiert am 15. Juni 2022

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