Tarifrunde SuE 2022

Forderungen zur Behindertenhilfe

23.02.2022

Jetzt geht es los: ver.di startet eine neue Runde für bessere Arbeitsbedingungen und die Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst. 

Die tariflichen Regelungen zum Gesundheitsschutz und die Tätigkeitsmerkmale für Beschäftigte in Kitas, in der Behindertenhilfe und anderen Bereichen der Sozialen Arbeit wurden zum Jahresende 2021 gekündigt. Damit ist die Friedenspflicht vorbei und wir können streiken, falls die Arbeitgeber am Verhandlungstisch kein Einsehen haben. Die Verhandlungstermine zwischen ver.di und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) starten am 25. Februar 2022. Weiter geht es am 21. und 22. März.

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist allgemein bekannt, wie wichtig die Arbeit in den »systemrelevanten« Berufen ist. Ein guter Zeitpunkt, den nächsten Schritt bei der  Aufwertung zu gehen. Der Bereich der Behindertenhilfe steht Seite an Seite mit den Kolleg*innen in den Kitas, der Jugendhilfe und den vielen weiteren Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit. Denn klar ist: Unsere Arbeit in der Behindertenhilfe ist verantwortungsvoll, oft auch körperlich und psychisch belastend und einfach unverzichtbar. Wohngruppen lassen sich  nicht schließen. Und Menschen mit Behinderung haben auch unter den Bedingungen der Pandemie ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe. Mit der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes steigen die Anforderungen an uns Beschäftigte weiter an. Aufgrund ambulanter Versorgungsstrukturen arbeiten wir zunehmend mobil. Wir fordern Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und finanzielle Anerkennung der Arbeit. Auch unsere Arbeitgeber sollten ein Interesse daran haben, Beschäftigte für die Behindertenhilfe zu gewinnen und zu halten.

Mit den großen Tarifauseinandersetzungen 2009 und 2015 haben die Kolleg*innen Verbesserungen erkämpft. An diese Erfolge knüpfen wir nun an, denn noch sind wir nicht am Ziel. Wir machen Inklusion. Und die hat ihren Preis!

 

ver.di fordert:

 

  • Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

    • Die praxisintegrierte Ausbildung zur Heilerziehungspflege muss vergütet werden.

    • Bessere Bedingungen für die Praxisanleiter*innen durch Weiterbildungen, ausreichend Zeit für diese wichtige Tätigkeit und eine angemessene Vergütung.

    • Einen Anspruch aller Beschäftigten, die sich weiterqualifizieren möchten, einen Berufsabschluss zur Fachkraft erwerben zu können (z. B. von der Heilerziehungspflegehelfer*in zur Heilerziehungspfleger*in).

     

  • Verbesserungen der Arbeitsbedingungen

    • Tarifliche Regelungen für Vorbereitungszeiten, so dass mehr Zeit für die Arbeit mit den Klient*innen bleibt, z. B. in heilpädagogischen Kindertagesstätten.

    • Belastungssituationen müssen Konsequenzen haben, daher Einführung von Entlastungstagen.

     

  • Finanzielle Anerkennung der Arbeit

    • Gleichstellung der Gruppenleitungen mit abgeschlossener Berufsausbildung und pädagogischer Qualifikation (z. B. Meister*innen, Arbeitserzieher*innen, geprüfte Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung oder Sonderpädagogischer Zusatzausbildung) in Werkstätten für behinderte Menschen mit Erzieher*innen und Heilerziehungspfleger*innen mit besonders schwierigen Tätigkeiten. 

    • Bessere Vergütung der Beschäftigten im handwerklichen Erziehungsdienst mit abgeschlossener Berufsausbildung, die Menschen mit Behinderung anleiten. 

    • Angemessene Eingruppierung der Schulbegleiter*innen und Schulassistent*innen entsprechend ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit.

    • Ausweitung der Heimzulage auf den ambulanten Bereich und eine Erhöhung auf 150 Euro/Monat, um den zunehmenden Anforderungen in den besonderen Wohnformen sowie im ambulanten Bereich gerecht zu werden.

    • Die Übernahme von Leitungsverantwortung (z. B. koordinierende Aufgaben) muss sich lohnen. 

    • Verbesserte Eingruppierung der Beschäftigten im Bereich der Sozialarbeit, Gleichstellung des Bildungsabschlusses mit vergleichbaren Studienniveaus. 

    • Anpassung an die allgemeinen Regelungen der Stufenlaufzeiten und damit wird die nächsthöhere Stufe schneller erreicht.

    • Für die Zuordnung der Erfahrungsstufen: Anerkennung von Berufserfahrung, die bei anderen Trägern erworben wurde. (Derzeit gilt, dass der Arbeitgeber Vorerfahrungen bei anderen Trägern lediglich anerkennen kann – das behindert Mobilität).

     


Der gesamte Forderungskatalog ist hier zu finden: mehr-braucht-mehr.verdi.de/tarifrunde-2022

Mitmachen!

Gute Tarifverträge fallen nicht vom Himmel. Deshalb treten wir gemeinsam für unsere Forderungen ein: im Betrieb, auf der Straße und in den Sozialen Medien. So zeigen wir unseren Arbeitgebern, dass uns die Forderungen wichtig sind. Mach auch Du mit bei unserer Tarifbewegung! Für bessere Arbeitsbedingungen und eine finanzielle Aufwertung unserer Arbeit!

 

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