Kirchliche Betriebe

    Eine echte Verbesserung

    Eine echte Verbesserung

    Erster Tarifvertrag in der diakonischen Altenhilfe in Hessen


    In der diakonischen Altenhilfe in Hessen bewegt sich was: Für die insgesamt rund 1.450 Beschäftigten der DiaCom Altenhilfe Eschwege, dem Seniorenzentrum Wolfhagen, der DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH und der Inneren Mission Frankfurt gilt seit dem 1. April ein Tarifvertrag. Er bringt den meisten Kolleg*innen mehr Geld und höhere Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Zudem wird die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 38,5 Stunden verkürzt. In der Diakonie Kurhessen-Waldeck muss bislang 39, in Hessen-Nassau 40 Stunden pro Woche gearbeitet werden.

    »Der Tarifvertrag ist eine echte Verbesserung«, bilanziert der Sozialarbeiter Sebastian Perels von der DiaCom Altenhilfe Eschwege, der sich in der ver.di-Tarifkommission engagiert. »Es ist ein gutes Produkt, für das wir gut werben konnten.« Entsprechend deutlich stieg die Zahl der ver.di-Mitglieder im Betrieb: Waren ursprünglich nur rund 30 Kolleg*innen gewerkschaftlich organisiert, sind es nun 160 – etwa die Hälfte der Belegschaft. »Es ist klar, dass die Gewerkschaft nur einen Tarifvertrag unterschreiben kann, wenn sie genug Mitglieder im Betrieb und damit den Auftrag der Beschäftigten hat«, erklärt Perels. »Nur auf dieser Basis kann ver.di den Tarifvertrag im Sinne der Mitarbeitenden in Zukunft weiterentwickeln.« Genau das habe man den Kolleginnen und Kollegen bei einer Versammlung im November letzten Jahres deutlich gemacht. Auch die DiaCom-Geschäftsführung habe dabei mitgezogen und die Inhalte der Tarifeinigung gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung und dem ver.di-Sekretär erläutert.

    Im Vergleich zu den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der hessischen Diakonie erhöhen sich die Personalaufwendungen der beteiligten Unternehmen um acht bis zehn Prozent, rechnet der ver.di-Verhandlungsführer Georg Schulze vor. »Für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen ist der Tarifvertrag also eine deutliche Verbesserung, auch wenn wir die volle Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) im ersten Schritt noch nicht erreicht haben.« Je nach Entgeltgruppe liegt die Bezahlung um fünf bis sechs Prozent unter dem Niveau des Flächentarifvertrags – noch. »Die Lücke vollends zu schließen, bleibt Aufgabe für die Zukunft«, betont Schulze. Der Tarifvertrag läuft Ende 2023 aus und kann dann weiterentwickelt werden. »Mit den vielen neuen und selbstbewussten Mitgliedern trauen wir uns das zu.«


    Dieser Artikel ist im Kirchen.info Nr. 39 erschienen.

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