Rettungsdienst

    Befragung zeigt Belastung

    Befragung zeigt Belastung

    Beschäftigte im Rettungsdienst brauchen bessere Bedingungen


    Rund 7.000 Beschäftigte haben sich in den vergangenen Wochen an einer ver.di-Befragung zu den Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst beteiligt. Das ist eine hervorragende Grundlage für aussagekräftige Daten, die aktuell vom Umfragezentrum Bonn (uzbonn) im Detail ausgewertet werden. Schon die ersten Ergebnisse zeigen: Es besteht akuter Handlungsbedarf!

    Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst - Befragung zeigt Belastung ver.di/werkzwei Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst - Befragung zeigt Belastung


    Ausufernde Arbeitszeiten und hoher Leistungsdruck – das sind zentrale Probleme im Rettungsdienst.

    Die Dienstpläne sind nicht verlässlich: 91 Prozent der Befragten arbeiten mindestens einmal im Monat über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus. Bei fast der Hälfte trifft das sogar einmal pro Woche zu. Unzuverlässige Arbeitszeiten machen es schwer, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Das belastet. Ebenfalls belastend ist, dass fast alle Beschäftigten im Rettungsdienst – 95 Prozent – ihre gesetzlich vorgeschriebene Pause nicht immer wie vorgesehen nehmen können.

    Die Folgen bekommen die Kolleginnen und Kollegen auch gesundheitlich zu spüren. Die hohe Belastung trägt dazu bei, dass 84 Prozent fürchten, nicht bis zum gesetzlichen Renten-alter im Beruf bleiben zu können. Das ist ein Alarmsignal! Für die Betroffenen kann das bedeuten, dass sie nach einem harten Arbeitsleben Rentenkürzungen hinnehmen müssen. Und für den Rettungsdienst insgesamt verstärkt sich der Fachkräftebedarf. Denn 58 Prozent der Retter*innen gehen davon aus, ihren Beruf maximal noch zehn Jahre auszuüben. Soll diese Lücke gefüllt werden, müssen sich die Bedingungen deutlich verbessern.

    Ein Hebel hierfür ist die Begrenzung der ausufernden Arbeitszeiten. Im kommunalen Rettungsdienst hat ver.di deshalb eine Kampagne für die Verkürzung der Höchstarbeitszeiten gestartet. Im ersten Schritt soll die maximale Wochenarbeitszeit (inklusive Bereitschaftszeit) von 48 auf 44 Stunden reduziert werden. Denn mehr freie Zeit bedeutet mehr Möglichkeiten zur Regeneration und Freizeitgestaltung. Dieses Ziel will ver.di im öffentlichen Dienst angehen. Daher gilt es, Durchsetzungskraft aufzubauen. Denn bereits in der letzten Tarifrunde hat sich gezeigt, dass die kommunalen Arbeitgeberverbände Verbesserungen blockieren – wenn sie nicht dazu gezwungen werden.

    Get organized

    Ob im öffentlichen Dienst, beim Deutschen Roten Kreuz oder anderen Trägern – überall gilt: Bessere Arbeitsbedingungen erreichen wir nur gemeinsam, indem wir uns organisieren.
    ver.di ist die Gewerkschaft für alle Rettungskräfte. Mach mit!


    veröffentlicht/aktualisiert am 31. Mai 2022

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