Maß halten im Rettungsdienst

    Arbeitgeber missachten Handlungsdruck

    Arbeitgeber missachten Handlungsdruck

    ver.di kritisiert Absage des Gesprächstermins durch Arbeitgeberverband VKA


    Runter mit der Höchstarbeitszeit im kommunalen Rettungsdienst!

    Am 24. Oktober sollte nach langem Vorlauf endlich wieder ein Gespräch zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) stattfinden, um über die Situation im kommunalen Rettungsdienst zu sprechen. Den Termin haben die Arbeitgeber nun kurzfristig abgesagt. Das ist mehr als ärgerlich und missachtet den hohen Handlungsdruck.

    Runter mit der Höchstarbeitszeit im kommunalen Rettungsdienst ver.di/werkzwei Runter mit der Höchstarbeitszeit im kommunalen Rettungsdienst


    Zur Erinnerung:

    Bereits in der Tarifrunde 2020 hat ver.di eingebracht, dass es überfällig sei, die Höchstarbeitszeit im Rettungsdienst deutlich zu reduzieren. Es gab zwischen den Tarifvertragsparteien die Verabredung, zwischen den Entgelt-Tarifrunden hierzu Gespräche zu führen. Mit ausreichend Zeit und ohne den Druck laufender Entgeltverhandlungen sollte das Thema umfassend angegangen werden.

    In einem ersten Gespräch hat ver.di dargelegt, warum im ersten Schritt die Höchstarbeitszeit auf 44 Stunden reduziert werden muss und warum es Maßnahmen zum Gesundheitsschutz braucht. Die VKA hat als Gegenforderung die Einführung der 24-Stunden-Schichten ins Spiel gebracht.

    Ende Oktober sollten die Gespräche nun endlich fortgesetzt werden. Dazu kommt es jetzt leider nicht. Die Terminabsage zeigt, dass die Arbeitgeber offensichtlich noch nicht verstanden haben, wie dringlich das Thema und wie angespannt die Stimmung auf den Rettungswachen ist.

    Anfang Oktober hat ver.di die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Beschäftigten im Rettungsdienst veröffentlicht. Die Antworten sind alarmierend: Fast 40 Prozent gaben an, sie würden sofort den Beruf wechseln, falls sie die Gelegenheit dazu bekämen.

    ver.di hat sich gut auf die Gespräche mit der VKA vorbereitet und zum schwierigen Thema 24-Stunden-Schichten extra eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Die Rückmeldung war eindeutig: Es muss immer um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten und am Ende auch um die Sicherheit der Patient*innen gehen.

    Jetzt muss erst einmal wieder ein neuer Termin gefunden werden. Damit die Arbeitgeber nicht meinen, sie könnten das Thema aussitzen, braucht es klare Signale aus den kommunalen Rettungswachen. Diskutiert in euren Teams, wie ihr euch gegen überlange Arbeitszeiten wehren wollt und schreibt eure Aktionsideen an gesundheit-soziales@verdi.de.

    Für den 16. November laden wir um 18:00 Uhr zu einer Videokonferenz ein, um uns gemeinsam abzustimmen. Den Zugang zum digitalen Aktionstreffen erhalten die ver.di-Mitglieder über ihre bei ver.di hinterlegte private E-Mailadresse und über gesundheit-soziales@verdi.de.


    veröffentlicht/aktualisiert am 25. Oktober 2022

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