Ein Team, ein Tarif!

»Ohne uns läuft im Krankenhaus nichts«
23.03.2023
Gemeinsam sind wir stark!


Du reinigst jeden Tag das Klinikum, transportierst die Patienten sicher durchs Haus, sorgst für saubere Wäsche, bereitest das Essen zu oder, oder, oder. Kurz: Ohne dich läuft im Krankenhaus nichts. Trotzdem wird deine Arbeit nicht ordentlich bezahlt. Viele Kolleginnen und Kollegen sind nicht direkt im Klinikum angestellt, sondern extra in anderen Firmen – zu schlechteren Bedingungen. Für sie gilt nicht der Tarifvertrag des Krankenhauses. Oft verdienen sie deshalb hunderte Euro weniger, bekommen weniger Urlaub und müssen mehr arbeiten. Damit muss Schluss sein. Wir fordern: Gleiche Arbeit, gleicher Lohn.

Die gute Nachricht: Wir können etwas tun! Bestes Beispiel:
Die Kolleginnen und Kollegen aus der Servicegesellschaft des Klinikums in Nürnberg haben durchgesetzt, dass sie genauso bezahlt und behandelt werden wie die Beschäftigten mit einem Klinikvertrag. Daraufhin wurden sie ins Klinikum zurückgeholt und gehören künftig wieder zur Klinik. Ähnlich bei den Mühlenkreiskliniken in Nordrhein-Westfalen. Auch dort werden alle Reinigungskräfte wieder im Krankenhaus eingestellt. Diese Erfolge machen Mut.

 

Tezel Can

Tezel Can

»Die große Mehrheit unserer Belegschaft sind Frauen, viele davon alleinerziehend. Die Mieten steigen schnell – unsere Löhne nicht. Viele von uns können ohne Wohngeld unsere Mieten schon jetzt nicht mehr bezahlen. Viele Kolleginnen wissen nicht, wie sie ihren Kindern einen Wunsch erfüllen oder neue Schulsachen kaufen sollen. Altersarmut ist vorprogrammiert. Weder wir noch unsere Kinder sind Menschen zweiter Klasse. Wir fordern einen gerechten Lohn!«

Tezel Can, Patiententransport

 
Gleiche Arbeit, gleicher Lohn


Was bringt Gewerkschaft?

ver.di ist eine Gewerkschaft. Darin schließen sich Arbeiter*in-nen für ihre Recht zusammen. Denn ob Arbeitszeit, Urlaub oder Lohn, wir bekommen nichts geschenkt, müssen alles erkämpfen. Das geht nur gemeinsam. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 1 Prozent des monatlichen Bruttolohns. Dafür bekommst du eine kostenlose Beratung bei rechtlichen Fragen, zum Beispiel zu deinem Arbeitsvertrag. Aber auch Hilfe bei der Lohnsteuererklärung sowie Beratung bei Fragen zur Miete und Rente.

 

Aleksandar Bozinovski

Aleksandar Bozinovski

»Die absolute Mehrheit unserer Kolleg*innen war nicht länger bereit, für unsere unersetzliche Arbeit mit Niedriglöhnen abgespeist zu werden. Der Zwang zu Zweit- und Drittjobs, um über die Runden zu kommen, und die Angst vor Altersarmut hat uns alle bewegt. Unsere Arbeit im Transportdienst, in den Küchen, der Reinigung und Sterilisation sind das Fundament des Klinikums. Eine Patientenversorgung ohne Service: Undenkbar! Deshalb haben Ausgliederung und Niedriglöhne in einem Krankenhaus nichts verloren.«

Aleksandar Bozinovski, Warentransport

 

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Raimonda Ebert

Raimonda Ebert

»Wir wollten uns nicht mehr hinhalten lassen und haben gesagt: ›Jetzt reicht es. Uns geht so viel  Geld verloren, Monat für Monat.‹ Deshalb haben wir gestreikt, mehrmals. Und zwar alle: Küche, Reinigung, Steri und Wäscherei. Die Klinikleitung kam ganz schön ins Schwitzen. Seit rund 20 Jahren wurden alle neuen Mitarbeiter*innen direkt über die Servicegesellschaft eingestellt, zu deutlich schlechteren Bedingungen. Jetzt gilt ab 2024 der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst für alle. Für die Kolleg*innen bedeutet das bis zu 900 Euro brutto mehr im Monat. Viele können jetzt auf ihren Nebenjob verzichten. Außerdem bekommen wir die gleiche Zahl an Urlaubs- und Feiertagen. Das ist ein toller Erfolg!«

Raimonda Ebert, Aufbereitung für Medizinprodukte

 


veröffentlicht am 23. März 2023

 

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