Sozial- und Erziehungsdienst

    Starker Zusammenhalt

    Tarifrunde SuE 2022

    Starker Zusammenhalt

    „Für euch. Für uns. Für alle. Gemeinsam für Entlastung und Aufwertung.“ – unter diesem Motto zeigen heute, am 6. April 2022, bundesweit Beschäftigte bei freigemeinnützigen, einschließlich kirchlichen, Trägern und privaten Arbeitgebern ihre Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen. In der Tarifauseinandersetzung mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) gab es auch in der zweiten Verhandlungsrunde keine Bewegung. Deshalb setzen die Beschäftigten verschiedener Träger heute mit Kundgebungen, aktiven Mittagspausen, dem sichtbaren Tragen von Solidaritäts-Stickern auf der Kleidung und der Teilnahme an Foto-Aktionen ein Zeichen. Ihre Botschaft an die Arbeitgeber lautet: Wir stehen zusammen! Denn unabhängig vom Arbeitgeber kämpfen die Beschäftigten mit Personalmangel, Überlastung und fordern eine bessere Bezahlung. Die Arbeit in Kitas, der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe muss dringend attraktiver werden. Dabei setzt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) den Standard weit über die Kommunen hinaus. Viele Beschäftigte bei den Wohlfahrtsverbänden und anderen freien Trägern profitieren direkt oder mittelbar von den durch ver.di angestrebten Verbesserungen im TVöD.

    „Der Abschluss im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst hat eine Signalwirkung auf uns“, sagt auch Ingo Steinke. Der Erzieher arbeitet in der ambulanten Behindertenhilfe bei „Bethel.Regional“, das als Teil der Stiftung Bethel von der Diakonie getragen wird. „Ein guter TVöD- Abschluss ist auch für uns gut“, ist der Mitarbeiter*innenvertreter überzeugt. „Denn in der Konkurrenz um die nötigen Fachkräfte muss Bethel dann in absehbarer Zeit nachziehen“, so Steinke weiter.

    Um die Kolleg*innen der Kommunen in ihrem Tarifkampf zu unterstützen, verbringt er seine aktive Mittagspause heute deshalb gemeinsam mit Kolleg*innen der AWO am Betheleck in Bielefeld. Gut sichtbar für viele Passant*innen und ganz in der Nähe des Sitzes seines Arbeitgebers machen sie auf die Tarifrunde im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst und die Probleme des gesamten Arbeitsfeldes aufmerksam. Auf selbstgestalteten Transparenten und Schildern fordern die Bielefelder u.a. „Stopp mit der Arbeitsverdichtung, auch in Bethel“ und „Mehr Personal, auch bei der AWO“. Denn bessere Arbeitsbedingungen braucht es natürlich überall im Sozial- und Erziehungsdienst.

    Auch in Kassel beteiligen sich zahlreiche Beschäftigte an der heutigen Solidaritätsaktion. Die Beschäftigten der Ambulanten Dienste Nordhessen, einer gemeinnützigen GmbH, kommen zu einer Kundgebung vor dem zentralen Bürogebäude ihres Arbeitgebers zusammen. Seit der Ausgründung der Ambulanten Dienste Nordhessen aus der Diakonie kämpfen die Beschäftigten für einen Tarifvertrag, der sich an den TVöD anlehnt. Der Schulassistentin Nina Hildebrandt liegt besonders die im TVöD angestrebte finanzielle Anerkennung der Arbeit der Schulassistent*innen am Herzen. „Schulassistent*innen werden aktuell nach dem Pflegemindestlohn bezahlt,“ berichtet die Betriebsrätin, die sich seit Jahren für ein besseres Entgelt einsetzt. Sie wünscht ihren Kolleg*innen daher besonders in diesem Punkt Erfolg in der aktuellen Tarifauseinandersetzung mit den kommunalen Arbeitgebern. Denn die geringe Bezahlung habe eine hohe Fluktuation unter den Beschäftigten zur Folge und das bekämen als erstes die Kinder zu spüren.

    „Die Kolleginnen und Kollegen lieben ihren Beruf, aber so wollen und können viele nicht mehr weitermachen“, sagt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Wenn Kinder, Jugendliche und hilfebedürftige Menschen in ihrer Entwicklung bestmöglich unterstützt und gefördert werden, gewinnen am Ende alle.“

    Für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen ziehen deswegen viele an einem Strang: Beschäftigte bei allen Trägern, Eltern, Angehörige und Klient*innen sowie zahlreiche weitere Unterstützer*innen.

    Das gemeinsame Signal an die öffentlichen Arbeitgeber ist klar: Sie müssen sich endlich bewegen! Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde Mitte Mai ruft ver.di im Rahmen der Tarifrunde zu Branchen-Streiktagen auf. Beschäftigte der Sozialarbeit sollten sich schon jetzt Montag, den 2. Mai, im Kalender notieren. Der Branchenstreiktag Kita findet am Mittwoch, den 4. Mai statt. Und am Donnerstag, den 5. Mai, ruft ver.di die Beschäftigten der Behindertenhilfe zum Branchenstreiktag auf. Alle sind aufgefordert, sich einzubringen. Wer nicht selbst zum Streik aufgerufen ist, kann in der Freizeit zur Kundgebung kommen, am besten mit einem selbstgestalteten Plakat. Und auch die jeweiligen Bürgermeister*innen werden nicht ignorieren, wenn sie von Beschäftigten Post bekommen und um Unterstützung gebeten werden. Jedes Statement und Foto hilft.

     

    ver.di-Aktionstag bei Wohlfahrtsverbänden zur Unterstützung der Tarifauseinandersetzung im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst

    Pressemitteilung, Berlin, 06.04.2022 Unter dem Motto „Für euch. Für uns. Für alle. Gemeinsam für Aufwertung und Entlastung im Sozial- und Erziehungsdienst“ ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am heutigen Mittwoch (6. April 2022) bundesweit Beschäftigte in Kitas, der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe bei frei-gemeinnützigen, einschließlich kirchlichen, Trägern und privaten Arbeitgebern zu einem Aktionstag auf. Geplant seien aktive Mittagspausen, Fotoaktionen und das kollektive Tragen von Textilaufklebern mit der Aussage „Für euch. Für uns. Für alle.“ Anlass für die Solidaritätsaktion ist die aktuelle Tarifauseinandersetzung mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst.

    „Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) setzt weit über die Kommunen hinaus Standards. Auch viele Beschäftigte bei den Wohlfahrtsverbänden und anderen freien Trägern profitieren direkt oder mittelbar von den durch ver.di angestrebten Verbesserungen im TVöD. Bessere Arbeitsbedingungen braucht es überall im Sozial- und Erziehungsdienst, unabhängig davon, wer der Arbeitgeber ist“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Die Arbeit muss dringend attraktiver werden, um den Fachkräftebedarf für diese gesellschaftlich relevanten Aufgaben decken zu können. Die Kolleginnen und Kollegen lieben ihren Beruf, aber so wollen und können viele nicht mehr weitermachen.“ Wenn Kinder, Jugendliche und hilfebedürftige Menschen in ihrer Entwicklung bestmöglich unterstützt und gefördert werden, würden am Ende alle gewinnen.

    In der zweiten Tarifverhandlungsrunde für die rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst der Kommunen hatte es Ende März keine Annäherung gegeben. ver.di fordert in den Tarifverhandlungen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16./17. Mai in Potsdam statt.

     

    veröffentlicht/aktualisiert am 06. April 2022

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