DAA-Tarifverhandlungen

Ergebnis bei der DAA erzielt

Einigung nach schwierigen Verhandlungen bei der Deutschen Angestellten Akademie
22.12.2022

 

1500 € Einmalzahlung, 4 Prozent, 140 € soziale Komponente und ein Tarifvertrag

Eure Aktionen haben Wirkung gezeigt: In der vierten Verhandlungsrunde am 20. Dezember hat sich die Arbeitgeberseite deutlich bewegt. Es gibt ein Verhandlungsergebnis, das für alle in 2023 eine spürbare finanzielle Entlastung bei den stark steigenden Preisen bedeuten würde. Besonders für die unteren Entgeltgruppen, wo die Inflation am härtesten zuschlägt; und das in Form eines Tarifvertrags. Jetzt sind die ver.di-Mitglieder gefragt, über das Verhandlungsergebnis abzustimmen.

 

So sieht das Ergebnis aus

Nach erneut langwierigen Verhandlungen hat sich die ver.di-Verhandlungskommission mit der Arbeitgeberseite auf die folgenden Punkte ab Januar verständigt:

  • Für die Gruppen 8 und aufwärts 4 Prozent mehr pro Monat.
  • Bis einschließlich Gruppe 7 fest 140 € monatlich mehr. Das Monatsentgelt steigt damit hier zwischen 5 und 6,3 Prozent.
  • Für die Altverträge werden die absoluten Steigerungen der jeweiligen Gruppe in der Neu-Tabelle übernommen (Also z.B. in der Gruppe 8 alt wie neu: 121,64 Euro mehr im Monat).
  • Alle erhalten im kommenden Jahr 1500 Euro Einmalzahlung steuer- und abgabenfrei, aufgeteilt auf 375 € im Februar, Mai, August und November. Das gilt auch für die Auszubildenden und die Reinigungskräfte. Teilzeitbeschäftigte bekommen einen anteiligen Betrag.
  • Die Vergütung der Auszubildenden steigt weiter entsprechend dem Durchschnitt in der Ausbildung der Kaufleute im Büromanagement.
  • Der Fahrtkostenzuschuss steigt von 15 auf 20 € monatlich.
  • Es wird ein Tarifvertrag abgeschlossen.
  • Das Ergebnis wird auf die INT GmbH übertragen
  • Laufzeit: Ende 2023

Alle anderen bisherigen Regelungen, wie etwa die Mitgliedervorteilsregelung, bleiben unverändert bestehen.

 

So bewertet es die Tarifkommission

Für das kommende Jahr bedeuten die monatlichen Erhöhungen und die Einmalzahlung zusammen einen nennenswerten Aufschlag von im Durchschnitt aller Entgeltgruppen über 8 Prozent (siehe Tabelle S. 2). In der Spitze erreichen wir sogar 12 Prozent. Unmittelbar würde das vielen helfen, die erwartungsgemäß weiter hohen Preise abzufangen, zumal auf die Einmalzahlung keine Steuern oder Abgaben fällig werden. Zum Vergleich: Unsere Forderung lag bei 10,5 Prozent.

Dank der relativ kurzen Laufzeit von einem Jahr, könnten wir zudem auf unserem aktuellen Schwung aufbauen und bald wieder über neue Steigerungen verhandeln.

Klar ist aber auch: Eine Einmalzahlung gibt es eben nur einmal. Nachhaltig ist ausschließlich die dauerhafte Steigerung der Entgelte. Das haben wir nur teilweise geschafft.

 

Mitgliederbefragung im Januar - klares Votum wichtig

Die Einschätzung der ehrenamtlichen ver.di-Bundestarifkommission ist, dass wir am Verhandlungstisch alles rausgeholt haben. Deshalb sind jetzt die Mitglieder gefragt, ob sie dem Ergebnis zustimmen oder ab Januar streikbereit sind, um zu versuchen, höhere Entgeltsteigerungen durchzusetzen. Dazu bräuchte es einen starken Rückhalt in der Belegschaft.

Die ver.di-Bundestarifkommission empfiehlt die Annahme. Wir glauben, dass es der beste Abschluss ist, den wir unter den jetzigen Bedingungen erzielen können; und wir können endlich einen Tarifvertrag erreichen. Die Alternative heißt: Annehmen oder Streiks vorbereiten. Beides braucht ein klares Votum!

Die Mitgliederbefragung wird online möglich sein. Wir bieten aber in der ersten Januarhälfte auch digitale Veranstaltungen an, in denen wir den Abschluss mit euch diskutieren. Konkrete Informationen dazu wie zur Befragung selbst bekommt ihr gleich zu Beginn des neuen Jahres.

 

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