Helios/Fresenius

    Erste Warnstreiks seit Jahrzehnten

    Helios Niedersachsen

    Erste Warnstreiks seit Jahrzehnten

    Warnstreik in niedersächsischen Helios-Kliniken: Rund 1000 Beschäftigte beteiligen sich an Aktionen


    Pressemitteilung, Hannover, 12. Mai 2022.
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat am Donnerstag, dem 12. Mai, die Beschäftigten an acht niedersächsischen Kliniken des Helios-Konzerns zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Rund 1.000 Mitarbeiter*innen folgten dem Aufruf. Betroffen waren die Standorte in Cuxhaven, Gifhorn, Herzberg am Harz, Hildesheim, Nienburg, Salzgitter, Uelzen und Wittingen. Dort hatte der Ausstand jeweils spürbare Auswirkungen für den Konzern. Der Betrieb der OP-Säle wurde auf die Behandlung von Notfällen begrenzt. Grundsätzlich wurde jedoch zu jedem Zeitpunkt ein Notdienst sichergestellt. Es handelt sich um den ersten Streik an niedersächsischen Helios-Kliniken seit teils Jahrzehnten. An mehreren Standorten sprachen Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien, sowie Vertreter*innen der Ärzteschaft den Streikenden ihre Unterstützung aus.

    „Die gute Streikbeteiligung zeigt die Wut der Beschäftigten angesichts des jüngsten Konzernangebots“, sagt Julia Niekamp, ver.di Verhandlungsführerin für die niedersächsischen Helios-Kliniken. „Zumal die allermeisten Streikenden zum ersten Mal überhaupt an einem Arbeitskampf teilgenommen haben“, sagt Niekamp. „Die Erwartung ist nun, dass Helios in der kommenden Verhandlung ein deutlich besseres Angebot vorlegt“, so die ver.di Vertreterin.

    Jan Seiler, Mitglied der Streikleitung in Gifhorn, kommentiert: „Angesichts der Tatsache, dass wir durch die extrem dünne Personaldecke und den Notdienst wenig Kollegen überhaupt zum Streik aufrufen konnten, sind wir von der Beteiligung überwältigt. Sie zeigt, dass die Beschäftigten eine echte Wertschätzung anstelle Almosen erwarten. Wenn der Helios-Konzern nicht deutlich nachbessert, werden wir weiter streiken – dann aber nicht nur einen Tag“. Cornelia Hake, Auszubildende bei Helios in Hildesheim, ergänzt: „Wir Auszubildenden erwarten deutliche Reallohnsteigerungen für alle. Unsere Botschaft an Helios lautet: Deutliche Nachbesserungen sind erforderlich, sonst werden sich etliche Auszubildende eine anderweitige Beschäftigung suchen“.

    ver.di fordert für die rund 5.000 Beschäftigten der acht Krankenhäuser eine Lohnerhöhung von 15 Prozent, 200 Euro mehr für Auszubildende, eine einheitliche Jahressonderzahlung in Höhe eines Monatslohns sowie eine Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1.500 Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll 12 Monate betragen. Das Konzernangebot umfasst bislang vier Erhöhungsschritte von insgesamt 4,6 Prozent, kostenfreie Laptops und insgesamt 140 Euro mehr für Auszubildende, eine Corona-Prämie in Höhe von 200 Euro (bei Vollzeit) sowie eine Pflegezulage in Höhe von 70 Euro ab Juli 2023. Nach dem Willen des Konzerns sollen die Erhöhungen schrittweise über zwei Jahre eingeführt werden.

    Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16. Mai statt.

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