Medical Park will nicht verhandeln, sondern diktieren.
So machen Tarifverhandlungen auf Bundesebene keinen Sinn.
Friss oder stirb – das war das Arbeitgebermotto in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen am 20. April 2021 bei Medical Park.
In der ersten Runde hatte der Arbeitgeber Anfang März ein »Angebot« vorgelegt, das diesen Namen nicht verdient. Die ehrenamtlichen Mitglieder
der ver.di-Tarifkommission haben es einhellig als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen. Doch statt nachzubessern, legte die Unternehmensspitze es erneut vor – mit der Ansage, dass darüber hinaus kein Verhandlungsspielraum bestehe. Das sind keine Verhandlungen,
das ist ein Diktat. So läuft das nicht.
Die ver.di-Tarifkommission hat daraufhin entschieden, die Verhandlungen auf Bundesebene vorerst nicht fortzusetzen. Für ernsthafte Verhandlungen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Für den Abschluss eines Tarifvertrags weit unter Branchenniveau und ohne Sicherheit für die Beschäftigten nicht.
Von diesen Vorstellungen wollte der Arbeitgeber partout nicht abrücken:
All das hat der Arbeitgeber in seiner »Tarifinformation 3« leider »vergessen« zu erwähnen.
Stattdessen behauptet er, eine Gehaltssteigerung von durchschnittlich 5,7 Prozent anzubieten. Schade nur, dass er das bei den Verhandlungen
nicht nachvollziehbar vorgerechnet hat. Die Behauptungen der Unternehmensspitze sind allesamt nicht nachprüfbar. Sie sind der durchschaubare Versuch, ver.di den Schwarzen Peter zuzuschieben. Doch die Kolleginnen und Kollegen bei Medical Park lassen sich nicht für dumm verkaufen.
Die ver.di-Tarifkommission fordert die Angleichung der Entgelte und Bedingungen bei Medical Park an das Branchenniveau, also an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Selbstverständlich sind wir bereit, über einen zeitlich gestreckten Stufenplan zur Angleichung an dieses Niveau zu verhandeln. Aber das Ziel muss klar sein. Dass die Beschäftigten bei Medical Park dauerhaft viel weniger verdienen sollen als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Kliniken, ist nicht einzusehen. Und nicht nur das: Eine solche Schlechterstellung schadet auch
den Kliniken und der Versorgungsqualität, denn genug qualifiziertes Personal ist so nicht zu gewinnen und zu halten.
Wie geht es jetzt weiter?
Bleibt der Arbeitgeber bei seiner Haltung, sind weitere Verhandlungen auf Bundesebene sinnlos. Die ver.di-Tarifkommission hat deshalb beschlossen, ihr Verhandlungsmandat zurückzugeben. Auf regionaler und betrieblicher Ebene kann weiter über Haustarifverträge verhandelt werden, zum Beispiel an einigen Klinikstandorten in Bayern. Wo sich Belegschaften organisieren und für gute Vereinbarungen einsetzen, werden sie von ver.di unterstützt.
Das ist eure Option:
Schließt euch zusammen, organisiert euch in ver.di, wählt eine Tarifkommission und macht Druck für Haustarifverträge auf Branchenniveau. So könnt ihr für eine gute Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Denn ihr seid mehr wert!
https://mitgliedwerden.verdi.de
Tarifpolitik