Tarifrunde öffentlicher Dienst

    Öffentlicher Dienst: Respektloses Angebot

    Sonderopfer für Kliniken und Pflegeeinrichtungen - jetzt ist eine starke Antwort aus den Betrieben nötig.
    01.03.2023
    Flugblatt-Titel
    © ver.di
    Antwort aus den Betrieben nötig


    Unsere Forderung ist klar: In dieser Tarifrunde wollen wir eine kräftige Lohnerhöhung. 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Und für die Nachwuchskräfte fordern wir monatlich 200 Euro mehr. Die Inflation war im letzten Jahr extrem hoch und ist es noch immer. Selbst wenn sich die Preissteigerungen ab 2024 wieder normalisieren sollten – was derzeit niemand redlich vorhersagen kann – sinken die Preise nicht wieder auf den Stand von 2021. Dass das tägliche Leben so teuer geworden ist, belastet Kolleginnen und Kollegen mit niedrigem oder mittleren Einkommen am meisten. Deshalb fordern wir für alle mindestens 500 Euro mehr. 

    Arbeitgeberangebot ist eine Frechheit

    Die Arbeitgeber nehmen die Sorgen der Beschäftigten offensichtlich nicht ernst. Ihr Angebot in der zweiten Verhandlungsrunde ist eine Frechheit. Die angebotenen Einmalzahlungen können nur ein Mal ausgegeben werden, dann ist die Wirkung weg. Dauerhaft sollen die Entgelttabellen in zwei Schritten um gerade mal fünf Prozent steigen – ohne soziale Komponente für die unteren und mittleren Einkommen. Und statt nach einem Jahr wieder in Verhandlungen einzusteigen, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, wollen die Arbeitgeber eine Laufzeit von 27 Monaten.

    Als wäre das nicht schon genug der Provokation, soll es für einige Beschäftigte auch noch Sonderopfer geben.

     

    Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen verzichten

    Die Beschäftigten im Gesundheitswesen haben in der Corona-Pandemie alles gegeben, sie waren extremen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Sie konnten auch nicht ins Homeoffice, um sich selbst zu schützen. Was ist der Dank der Arbeitgeber? Sie fordern, dass die Gehälter in Kliniken und Pflegeeinrichtungen gekürzt werden können. 

    Hierfür wollen sie den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung der Krankenhäuser (TV ZUSI) sowie den Tarifvertrag Soziale Dienste für die Altenpflege und Altenhilfe wieder in Kraft setzen. Wenn diese Tarifverträge im konkreten Fall angewendet würden, könnten Kliniken bis zu sechs Prozent, Arbeitgeber in der Altenpflege bis zu fünf Prozent weniger zahlen, wenn es dem Betrieb wirtschaftlich
    schlecht geht. Geht’s noch?

    Im Gesundheitswesen suchen alle händeringend Personal und zahlen Willkommensprämien. Doch die kommunalen Arbeitgeber stoßen ihre Beschäftigten vor den Kopf. Das ist erbärmlich.

    Viele Kliniken sind in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, das ist unstrittig. Hier braucht es aber eine politische Lösung. Gehaltskürzungen im Gesundheitswesen – ist das ernsthaft die Schlussfolgerung der öffentlichen Arbeitgeber aus der Pandemie? Warum können Kliniken und Pflegeeinrichtungen überhaupt insolvent gehen? Daseinsvorsorge braucht eine auskömmliche
    Finanzierung und darf nicht dem Markt ausgeliefert sein. Auch dafür macht sich ver.di stark. In der aktuellen Tarifrunde geht’s erst mal um mehr Geld für die Beschäftigten.

     

    Unsere Antwort: Warnstreiks ausweiten! 

    Das respektlose Angebot der Arbeitgeber verdient eine starke Antwort – gerade auch aus dem Gesundheitswesen. Organsiert euch in ver.di. Macht euch stark. Beteiligt euch an den Warnstreiks!

     

    • Branchenstreiktage am 14./15. März 2023:

      Gesundheit ist Gold wert und wir sind es auch:

      Am 14. / 15. März 2023 finden bundesweit Branchenstreiktage für das Gesundheitswesen statt. Seid dabei!

      Helft mit, ein starkes Zeichen zu setzen: mindestens 500 Euro für alle!

       

     

    veröffentlicht am 1. März 2023

     

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