Jugend

    »Eine coole Sache«

    JAV-Konferenz

    »Eine coole Sache«

    Die Probleme in der Ausbildung sind vielfältig – die Aktivitäten der Jugend- und Auszubildendenvertretungen sind es auch. Stimmen von Teilnehmer*innen der JAV-Konferenz in Kassel.
    Eine Kollegin und ein Kollege lachen in die Kamera shift/studio Leyla macht eine Ausbildung zur Operations-Technischen Assistentin (OTA) am Uniklinikum Köln. Björn ist Kaufmann im Gesundheitswesen am Uniklinikum Essen.

    »Seit 30 Tagen streiken wir an den Unikliniken in NRW für einen Tarifvertrag Entlastung. Klar: Als Auszubildende sind wir ganz vorne mit dabei. Endlich haben wir die Möglichkeit, wirklich Einfluss auf unsere Ausbildungsbedingungen zu nehmen. Das ist ein richtig geiles Gefühl. Auch, dass hier alle Berufsgruppen zusammen kämpfen. In unserer täglichen JAV-Arbeit kontrollieren wir die Einhaltung der Gesetze und Tarifverträge. Das ist total wichtig. Aber für grundsätzliche Verbesserungen brauchen wir andere Mittel – wie Streiks und Tarifverträge, mit ver.di. Die Medien berichten bundesweit viel zu wenig über unseren Arbeitskampf. Deshalb nutzen wir die JAV-Konferenz, um die Leute zu informieren. Und wir vernetzen uns, auch zum Beispiel mit Kolleg*innen von Unikliniken, die bereits einen Tarifvertrag Entlastung haben. So profitieren wir wechselseitig von unseren Erfahrungen. Eine coole Sache.«

    Junger Mann im Polohemd mit der Aufschrift "Klinikum Itzehoe" shift/studio Lasse macht eine Ausbildung zum Pflegefachmann am Klinikum Itzehoe.

    »Hier bei der JAV-Konferenz bekomme ich mit, wie mies die Ausbildungsbedingungen in anderen Häusern sind. Und wie viel Glück wir am Klinikum Itzehoe haben. Die Praxisanleitung läuft sehr strukturiert und langfristig geplant. Theorie und Praxis sind gut miteinander abgestimmt. Das ist total wichtig und steigert die Motivation in der Ausbildung. Mit der Geschäftsführung haben wir von der JAV ein sehr gutes Verhältnis. Es gibt viel Kommunikation, Probleme werden immer direkt besprochen und gemeinsam geklärt. So geht es auch. Trotzdem gibt es natürlich immer Dinge, die man noch verbessern kann. Und dafür nehme ich von der JAV-Konferenz viele Anregungen mit.«

    Junge Frau im schwarzen T-Shirt mit "Hamburg"-Aufschrift shift/studio Frieda macht eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Asklepios-Klinikum Harburg.

    »Die größten Probleme haben wir in der Pflegeschule. Da herrscht ein extremer Mangel an Lehrkräften, so dass viele Inhalte nicht richtig vermittelt werden. Wir haben noch acht Wochen bis zum Examen, aber vom Stoff her sind wir noch im zweiten Ausbildungsjahr. Als JAV setzen wir uns dafür ein, dass der fehlende Unterricht kompensiert wird und die Auszubildenden keine Nachteile haben. Gerade verhandeln wir über eine Betriebsvereinbarung, die eine geplante und strukturierte Praxisanleitung sicherstellen soll. Dass der Einsatz der JAV etwas bringt, zeigt unsere Betriebsvereinbarung, durch die Auszubildende in der Pflege ihren Urlaub komplett selbst verplanen können. Das gibt es bei Asklepios in Hamburg sonst nirgends. JAV und Betriebsrat haben das gemeinsam mit ver.di vor einigen Jahren durchgesetzt. Wir profitieren bis heute davon.«

    Ein junger Mann und eine junge Frau lächeln in die Kamera. shift/studio Mike und Jacqueline sind in der Jugend- und Auszubildendenvertretung beim DRK-Rettungsdienst in Stade aktiv.

    »Als JAV haben wir viel mit den Abläufen in der Notfallsanitäter-Ausbildung zu tun. Fast ein Drittel der Ausbildungszeit findet im Krankenhaus statt. Sie haben dort selbst oft ein Problem mit der Praxisanleitung. Unsere Auszubildenden bekommen dann manchmal gar keine Anleitung und werden bloß als Hilfskräfte eingesetzt. Hinzu kommt, dass die Kolleg*innen in den Kliniken zum Teil unterschätzen, welche Inhalte in der neuen Notfallsanitäterausbildung vermittelt werden. Um die Probleme anzugehen, führen wir als Jugendvertretung viele Gespräche mit der Ausbildungsleitung und den Kliniken. Hier auf der JAV-Konferenz kommen wir mit anderen Rettungsdienstler*innen in Kontakt, das ist super-spannend.«

    Junger Mann mit Brille shift/studio Patrick macht ein duales Studium der Sozialen Arbeit und arbeitet in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Osnabrück.

    »Unser Träger hat viele Tochtergesellschaften. Das größte Problem für uns als JAV ist es da, überhaupt in Kontakt mit all denjenigen zu kommen, deren Interessen wir vertreten. Bei uns gilt das kirchliche Mitarbeitervertretungsrecht. Das bedeutet unter anderem, dass wir keine JA-Versammlungen einberufen können – ein echtes Manko. Um besser an die Leute in den Einrichtungen heranzukommen, bringen wir neuerdings einen JAV-Newsletter raus. Von der Konferenz hier in Kassel nehme ich viele weitere Ideen und Taktiken mit, wie man die Auszubildenden erreichen kann. Das bringt mir was, auch wenn wegen des Kirchenrechts sonst vieles für uns nicht gilt, was hier vermittelt wird.«

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